Deutschland rettet Lebensmittel

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Heute startet die Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“. Mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung sollen bis 2030 die Menge der weggeworfenen Lebensmittel und Nachernteverlusten halbiert werden.

Genießbare Lebensmittel landen nach wie vor viel zu oft in der Tonne. Wir vergeuden dabei Ressourcen, von denen es immer weniger gibt. Dies zu vermeiden verstehe ich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dafür sollen die Verbraucher, Erzeuger, Handel und Forschung zusammen agieren. Mit Bewusstsein und Änderungen beim Einkaufsverhalten kann jede Familie, jeder Haushalt Gutes tun.

Heute startet die Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“. Schulen, Medien, Verbraucherzentralen, soziale Vereine, Beteiligte an der Wertschöpfungskette und Bildungseinrichtungen sind aufgerufen, mit Informationen und positiven Beispielen diesen Wandel zu begleiten. Der Handel soll Lebensmittel mit Erreichen des Ablaufdatums nicht vernichten, sondern im Vorfeld einer Verwendung zuführen. Ein positives Beispiel in Thüringen gibt u.a. die Bäckerei Bergmann aus Frömmstedt mit dem yestern.day, besten Backwaren vom Vortag, die nicht in der Abfalltonne landen [https://yesternday.de/]. Zudem sollen Lebensmittelindustrie und Handel möglichst nicht Verpackungsgrößen produzieren und anbieten, die vorrangig auf Mengenumsatz setzen, wo zunehmend bewusste Ernährung, der Wunsch nach Reduzierung von hochverarbeiteten Lebensmitteln oder die Zunahme von kleineren Haushaltsgrößen Änderungen erforderlich machen.

Mehr Wissen über Haltbarkeit und Lagerung

Um Verschwendung zu reduzieren, hat das Landwirtschaftsministerium die „Beste-Reste-App“ entwickeln lassen. Sie bietet Kochideen, wie sich aus übriggebliebenen Lebensmitteln viele leckere Gerichte zubereiten lassen. Die App informiert außerdem über die richtige Lagerung von Lebensmitteln. Ein umfangreiches Lexikon informiert über die Haltbarkeit verschiedener Lebensmittel von Apfel bis Zwiebel. Wir müssen aber auch darüber reden, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bei manchen Verbrauchern nicht missverstanden wird. Denn ein überschrittenes MHD wird immerhin von 7 Prozent der Verbraucher als Grund angegeben, Lebensmittel wegzuwerfen. Wir sollten beispielsweise überlegen, ob unter bestimmten Umständen Reis, Hülsenfrüchte, konservierte Fischprodukte (z.B. eingelegter Hering) oder lange gereifter Hartkäse vom MHD ausgenommen werden sollten. Dies muss europarechtlich sauber geprüft werden.

Die Politik setzt auf innovative Lösungen wie zum Beispiel Forschungsprojekte für intelligente Verpackungen, die durch Farben anzeigen, wie lange ein Produkt noch haltbar ist. Die Entwicklung von solchen intelligenten Verpackungen, die das Mindesthaltbarkeitsdatum ergänzen könnten, fördert die Koalition mit 3,5 Millionen Euro.

Lebensmittel = Mittel zum Leben

Nicht vergessen werden soll die Unterstützung der Arbeit der Tafeln vor Ort. Der Bund unterstützt die Tafeln derzeit mit 1,65 Millionen Euro. Digitale Lösungen sind denkbar, die Weitergabe von Lebensmitteln an Nachbarn oder gemeinnützige Organisationen zu organisieren (Stichwort foodsharing). Ein Baustein ist die Ernährungsbildung in den Kitas und Schulen. Kinder und Jugendliche dürfen erfahren, dass Lebensmittel Mittel zum Leben sind und daher wertgeschätzt werden sollten. Das hat übrigens auch Auswirkungen für die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft. Denn wer aus persönlicher Erfahrung, aus Hofbesuchen oder aus Gesprächen mit Bauern weiß, mit welch harter Arbeit und Ressourceneinsatz die Bauernfamilien Tag für Tag für unser aller Essen und Trinken sorgen, der lernt Lebensmittel viel stärker wertzuschätzen.

Zu gut für die Tonne!

Seit 2016 werden mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ Ideen für mehr Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln und gegen die Verschwendung wertvoller Produkte gewürdigt. Ich empfehle die Homepage [https://www.zugutfuerdietonne.de/], die regionale Ideen, bisherige Preisträger und Tipps übersichtlich auflistet. Wenn Sie selbst Ideen für die Praxis entwickelt haben, nehmen Sie am im Wettbewerb teil, denn das sichert Aufmerksamkeit und kann Partnerschaften ermöglichen, die zum Ziel führen. Ich wünsche Erfolg.

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„Das Parlament“ vom 21. September 2020Handwerker mit Werkzeug